Irland

ein Reisebericht

Im September 2015 haben wir uns aufgemacht, Irland zu entdecken. Was für ein wunderschönes Land mit unberührter Natur und wirklich netten Einwohnern. Wir wollten das Land selbst entdecken und haben uns deshalb von Berlin aus einen Mietwagen gebucht, um eine Rundreise zu machen. Irgendwie haben wir uns dann doch nicht so richtig getraut, einfach drauf los zu fahren und die Unterkünfte vor Ort zu suchen. War uns dann doch zu viel Abenteuer. Also haben wir auch vorher schon das Hotel für die erste Übernachtung in Dublin und ab dem dritten Tag der Reise eine Unterkunft in Kenmare für ein paar Tage reserviert, weil wir dachten, daß wir von dort einige Ausflüge machen würden. Das nächste Mal würden wir sicherlich nur das Hotel für die erste Nacht buchen. Unterkünfte haben wir mit unserem Lonely Planet Reiseführer vor Ort zur Genüge gefunden. Die Beschreibungen waren absolut zutreffend und richtig aktuell. Wenn man nicht wegen einer Buchung zu einer bestimmten Zeit an einem Ort sein muß, nimmt man sich einfach mehr Zeit und kann verweilen, wo es einem gefällt.

Mit dem Flugzeug in Irland gelandet, haben wir uns zum Schalter unserer Autovermietung aufgemacht. Nach kurzer Einweisung, naja, es war eher nur eine Erklärung, wo das Auto steht und was wir zu unterschreiben haben, haben wir uns auf den Weg nach Dublin gemacht. Wir hatten einen VW Golf Schaltwagen. Lenker rechts, Schaltung links und gleich ab in den ersten Kreisverkehr. Schön konzentrieren, es geht links herum. Ich muß schon sagen, man ist „etwas“ angespannt. Meine Frau hat sich auf das Navi konzentriert, ich mich auf den Verkehr. Erst einmal linke Spur und schön langsam. Ungewohnt. Man muß echt aufpassen, daß man nicht wieder aus Gewohnheit auf der falschen Spur landet. Nun gut, so langsam geht es. Der nächste Kreisverkehr. Scheinbar haben die Iren den Kreisverkehr erfunden. Jede Kreuzung wieder ein Kreisverkehr. Endlich auf die Autobahn. Zwar ist der Linksverkehr hier auch noch irgendwie komisch, weil einen alle von rechts überholen und man sich merkwürdig fühlt, wenn man dies bei einem langsamen Lastwagen auch tut, aber schon besser, als dieser Kreisverkehr. Endlich in Dublin angekommen und der Mietwagen hat nicht eine Schramme ! Auf den ersten Blick ist Dublin erst einmal eine Stadt, wie jede andere, Menschen über Menschen. Noch nicht das Irland, was wir erwartet hatten. Aber ersteinmal runterkommen und in den Urlaubmodus schalten.

Wir hatten Hunger, also in den Reiseführer geschaut, was die Stadt denn so schönes bietet. Wir haben zwar einige Restauranttipps gefunden, uns dann aber doch entschlossen, in einem Laden eine Verkäuferin zu fragen, ob sie uns etwas empfehlen kann. Und das war richtig gut. Das Restaurant war ehemals eine Kirche, eine wirklich tolle Atmosphäre. Wir haben dort Burger gegessen. Das Restaurant hat eine Internetseite, falls Ihr Euch Bilder dazu ansehen wollt (thechurch.ie). Das Fotografieren in Gebäuden ist rechtlich immer so eine Sache, weshalb ich hier auch keine Bilder zeigen kann. Ihr findet da auch die Adresse. Das war echt eine gute Empfehlung.

Den nächsten Tag ging es dann weiter und endlich in die grüne Natur Irlands. Wir hatten geplant, die Ostseite runter zu fahren und dann Richtung Westen, wir mussten ja nach Kenmare an der Südwest-Küste, wo wir eine Unterkunft gebucht hatten. Unser nächstes Ziel auf dem Weg dorthin war Glendalough, das Tal der zwei Seen. Gelegen in den wünderschönen Wicklow Mountains mit einer historischen Klosteranlage. Dort mit dem Auto angekommen hat man einen kleinen Fußweg bis zu der Klosteranlage und tritt das erste mal in Kontakt mit der herlichen, unberührten Natur Irlands. Nun gut, an solchen Sehenswürdigkeiten ist man nicht so ganz alleine. Hier sind natürlich auch andere Touristen, die hier mit Bussen hingebracht werden. Aber die Umgebung entschädigt für Alles !

Zum Übernachten wollten wir uns dann einen anderen Ort suchen. Also Reiseführer raus und  die vorher markierten Orte angeschaut, die auf unserer Route lagen und die wir unbedingt besuchen wollten. Wir entschieden uns für zwei Tage in Kilkenny. Aus dem Lonely Planet haben wir uns eine kleine Pension, das Rosquil House, rausgesucht. Die Beschreibung hörte sich nett an. Eine tolle Empfehlung, wie sich herausstellte ! Eine im englischen Stil eingerichtete, total gemütliche Pension, die von dem Ehepaar Phil und Rhoda geführt wird (rosquilhouse.com). Ein Hammerfrühstück ! Alles selbstgemacht und überdurchschnittlich lecker. Die Beiden machen das mit so viel Liebe, daß man sich einfach wohlfühlen muß. Zum Abendessen sind wir dann in die Innenstadt von Kilkenny, eine hübsche Altstadt. Phil hat uns eine Karte mitgegeben und uns gezeigt, wo man gut essen kann und wo sein Lieblingspub ist. Man sollte es kaum glauben, aber in dieser kleinen Stadt kann man richtig gut essen. Wir waren den ersten Abend im Rinuccini, gegenüber dem Kilkenny Castle. Ein Italiener, der uns von aussen erst relativ gewöhnlich vorkam. Auch hier hatten wir wieder einen Passanten gefragt, ob man irgendwo nett essen kann, weil wir uns für kein Restaurant entscheiden konnten. Es regnete und wir waren ziemlich durchgeweicht. Als wir das Restaurant betraten, empfing uns ein Kellner mit weissen Handschuhen. Und wir standen da mit unseren nassen Jacken und Rucksack auf dem Rücken. Egal dachten wir, das ziehen wir jetzt durch. Wir wurden weiter nach hinten geführt, in einen kellerartigen Raum mit dicken Steinmauern und gedimmter Beleuchtung. Was für eine gemütliche Atmosphäre. Das Essen, wir hatten beide Nudelgerichte, war wirklich richtig gut. Den ersten Abend sollte man sich einfach belohnen ! In Kilkenny haben wir die Brauerei besucht. Das bei uns unter dem Namen bekannte Bier heißt dort Smithwick’s. Das „w“ wird nicht gesprochen. Da es wohl für uns deutsche zu schwer auszusprechen war und mit dem „w“ etwas unanständig anmutete, entschied man sich, das Bier für den Export nach dem Ort Kilkenny zu benennen. Heute gehört es zu Guinness und wird in Dublin gebraut. Am nächsten Tag haben wir uns das Schloss angesehen und waren Abends im Café Sol, eine Empfehlung von Phil. Interessante Gerichte, crossover Küche mit mediteranen Wurzeln, würde ich sagen, aber wirklich gut. Abend muß man dann natürlich in ein Pub. Wir waren im Kyteler’s Inn. Das Haus stammt von 1224. Der Sage nach wurde Alice Kyteler der Hexerei bezichtigt. In dem Haus kamen unter mysteriösen Umständen alle vier Männer von Alice um.

Dann ging es auch schon weiter. Bye Phil, war richtig nett bei Euch ! Der nächste Aufkleber im Lonely Planet klebte bei „Rock of Cashel“. Da wollte ich unbedingt hin. Eine alte Festung, die auf einem grünen Hügel thront. Wieder regnete es. Aber wer die Natur liebt, der tut dies nicht nur bei Sonnenschein ! Schon eine ziemliche Ruine, diese Festung. Man ist dabei sie zu restaurieren, aber auch hier scheint Geld dafür zu fehlen, wie man uns sagte. Klar, daß auch hier Reisebusse ankommen und ganze Gruppen Führungen machen. An den Hot-Spots ist man halt selten alleine. Ehrlich gesagt war die Festung auf den Bildern etwas imposanter, als vor Ort. Ein Baugerüst, hat es uns dann zusätzlich schwer gemacht, uns in die alte Zeit der Festung zu versetzen. Ab in unseren Mietwagen und weiter zu unserer bereits aus Berlin gebuchten Unterkunft nach Kenmare.

Tipperary
Fortsetzung folgt...